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Absegeln 2019

Hanspeter Weibel 08.10.2019

Zuallererst möchte ich unserem OK-Team, zusammengesetzt aus Willi und Monika Müller sowie Beat und Reni Erb im Namen aller Teilnehmer herzlich danken. Die absolut vollständige, vielseitige und bis ins Detail gut durchdachte Organisation ist wohl kaum mehr zu überbieten.

Bei gutem Wind und mit grosser Vorfreude haben wir uns am Donnerstag in Bottighofen segelklar gemacht. Bis zur Hafenausfahrt hätten wir noch segeln können, danach war Schluss, was aber nicht der Organisation angelastet warden kann.

Immerhin haben wir etwa einen Viertel der Strecke unter Segeln genossenMit Müllers, Oderbolzes und Weibels war die Vorhut vom Donnerstag komplettIn der Nacht ist auch noch Ueli Studer, einhand, mit dem Trimeran eingetroffen.

Insgesamt haben 15 Schiffe und etwa 40 Personen am Absegeln teilgenommenBruno und Margrith kamen ohne Boot, ihnen wurde ein Liegeplatz im weissen Rössli zugeteilt.

Das Interesse und die Teilnahme der SVB-ler ist so gross, dass wir offenbar zum Absegeln einen Bremsweg von 3 Tagen benötigen.

Am Freitag um 13.30h hörte man das gesprächsintensive Treffen der Teilnehmenden der ersten Gruppe vor dem Hafengebäude. Nach einem Fussmarsch zur Station Sandbüchel fuhren wir mit der Zahnradbahn bis nach Heiden. Die Fahrt in den antiken, offenen Wagen war ein ruckelndes und erschütterndes, aber schönes Erlebnis.  Früher wurden viele Güter transportiert, heute sind es vorwiegend Personen. Am Bahnhof begrüsste uns Fritz Rohner zu seiner kompetenten und interessanten Stadtführung. Heiden kommt von Heide (unbebautes Land) und ist 1512 erstmalig als solches urkundlich erwähnt. Das SVB Jahrbuch ist zu dünn um hier alles nachzuerzählen. Wir hörten von der Besiedelung, der Textilindustrie, dem Baustil und dem, duch einen Föhnsturm verursachten Dorfbrand bei welchem 129 Gebäude vernichtet wurden. Ja, Heiden hatte früher tatsächlich einen hohen, spitzigen Kirchturm. Von 1887 bis 1910 verbrachte Henry Dunant seine letzten 23 Jahre seines Lebens in Heiden. Sein Denkmal beim Hotel Heiden erinnert an den Gründer des roten Kreuzes. Die Besteigung des Kirchturemes bot eine noch bessere Aussicht in alle Richtungen. Der Rundgang um den Turm auf der schmalen Plattform brauchte ein gesundes Vertrauen in die Technik. Das schöne Turmzimmer kann für Anlässe gebucht warden. Die alte, mechanische Turmuhr ist, allerding nur zum bestaunen, noch in Betrieb. Der Antrieb der Zeiger geschieht, wie heute üblich, elektronisch.

Als freundlichen Gruss von Lindau an Heiden am 1. August löschen in Lindau um 20.55h 3 mal alle Lichter der Stadtbeleuchtung.

Nun galt es, den Luftkurort Heiden wieder mit der Zahnradbahn zu verlassen. Den Berg hinunter fuhren wir mit einem moderneren Wagen bis Wiehnacht-Tobel. Von da wanderten wir zum Treichli, einem bekannten, sehr guten Restaurant mit überwältigender Aussicht.

Hier trafen wir auf die andere Gruppe, welche direkt mit der Bahn bis Wiehnacht-Tobel gefahren sind. Mit dem “Poulet im Körbliist das Restaurant bekannt geworden, weshalb dieses Menu-Traktandum traditionelleweise immerwährend erhalten bleibt. Nur sind diese Körbli heute aus kleinen Gelten, was aber dem Genus eines feinen Essens keinen Abbruch tut. Der gemütliche Abend, vom Essen über Dessert und Kaffee war von angeregtem Gesprächt begleitet. Mit einem nagelneuenBus wurden wir wieder zum Hafen zurückgeführt.

Am Samstag trafen wir uns um 14.00h  für den Fussmarsch zum FFA Museum. Einige wurden mit dem Ortsbus chauffiert. Das grosszügig und praktisch erneuerte Museum war eine Ueberraschung welche vor allem den technisch Interessierten den Blutdruck und den Puls ansteigen liess.

Im obersten Stockwerk der neuen Halle wurde uns ein feiner Apéro mit sehr guten, belegten Broten angeboten. Einigen fiel das Warten bis zum Beginn der Führung schwer. Zwei Jaguars waren jetzt schon zu sehen und von draussen drang die charakteristische Musik eines grossen Sternmotors an unsere Ohren. Eine AT-6 war gerade vor den Hangar gerollt.

Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Unsere Gruppe wurde von Walter Bruggman geführt. Seine kompetenten, interessanten und mit vielen Details versehenen Erklärungen haben uns bis zum Schluss in den Bann gezogen.

Es ist ein Museum mit vielen Flug - und Fahrzeugen in betriebsbereitem Zustand.

Nach dem Erweiterungsbau konnte es mit Fahrzeugen aus dem Rollce Royce Museum von Dornbirn und dem Autobau von Romanshorn ergänzt werden. So erfuhren wir die Entwicklungsgeschichte von RR mit seinen Höhen und Tiefen. Auch die ersten Militärjets vom Vampire, Venom über Hunter bis zur Mirage IIIs waren vertreten. Dazu zwei Trainingsflugzeuge PC-7 von Pilatus, die noch häufig geflogenwerden. Frisch angekommen war gerade eine blaue AT-6 von Amerika. Diesen Typ sah und hörte man früher auch in der Schweiz.

Mich persönlich hat der Piaggio P149 angesprochen mit welchem ich in der schweizerischen Luftverkehrsschule vor 50 Jahren einen Teil der Ausbildung zum Berufspiloten erlebt habe. Es tauchten Erinnerungen aus einer sehr schönen und erlebnisreichen Zeit auf. Einmal, im Anflug auf Altenrhein liess sich das Fahrwerknicht ausfahren, also musste ich es mit der Handkurbel hinunterdrehen, was ungefähr 120 Umdrehungen mit etwas Schweiss benötigte, aber wenigstens funktionierte.

Nachdem wir die Hallen, aus einer anderen, vergangenen Welt kommend, wieder verlassen hatten und in die Gegenwart zurück kehrten, wanderten wir wieder zu Fuss zurück ins weisse Rössli, wo wir uns im Freien mit einem Apéro auf den sehr guten Znacht einstimmten.

Vor dem Lottomatch hat Hampi den Pilatus Porter, mit welchem er seit 48 Jahren fliegt, vorgestellt. Es ist ein Mehrzweckflugzeug mit Kurzstart- und Landeeigenschaften, angetrieben von einer Propellerturbine von Pratt & Withney.

Damit wollten wir den SVB-lern den Speck durch den Mund ziehen und zurTeilnahme am Lotto animieren. Immerhin waren 7 Passagierplätze zu gewinnen.

Der Hektik und Lautstärke nach zu schliessen war das Interesse gross, einen Platz im Flugzeug zu ergattern.

Am Sonntagmorgen bei schönstem Sonnenschein trafen wir uns im weissen Rössli zu Weisswurst und dem Abschiedstrunk.

Leider kam der gewünschte Wind für die Rückreise nach Bottighofen erst als die meisten bereits zurückmotort waren.

Zum Schluss einfach nochmals ein riesengrosses Dankeschön für den perfekt organisierten Anlass.

Hanspeter Weibel