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Absegeln 2025

Absegeln in Konstanz - Stadtbesichtigung mit Daniel Gross und Besuch in historischer Weinstube

Absegeln in Konstanz

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Absegeln in Konstanz


Doris und Jochen Pommeranz hatten sich ein interessantes und
abwechslungsreiches Programm ausgedacht. Dafür möchten wir ihnen ganz herzlich danken.

Samstag, 20. September 2025

Individuelles Anlegen im Hafen von Konstanz. Einklarieren einfach gemacht: Hafenmeister Bruno Leitmann vergab bereits am Freitag die Platznummern. Via Handykontakt erhielt jeder Skipper die wertvolle Information und konnte ab 12.00 mittags im Hafen festmachen.
Um 15.00 besammelten wir uns bei der alten Hafenuhr, die jeweils zur vollen Stunde melodisch die Zeit verkündet. Gelegen gegenüber vom  Ticketschalter der Bodensee Schiffsbetriebe.
Es fand eine Stadtführung der besonderen Art mit dem bekannten Daniel Gross statt. Ein Stadtoriginal mit fundierten Kenntnissen über beinahe alles, historischer, sowie aktueller Ereignisse.
Zuerst berichtete er ausführlich über das Konzilgebäude. Dieses steht auf ehemaligem Seegrund. Sein Bau geht zurück auf den Besuch einer Delegation Mailänder Kaufleute im Jahr 1387, die einen Stützpunkt für den Fernhandel suchten. Das Kaufhaus wurde von der Freien Reichsstadt Konstanz in nur drei Jahren auf einem Fundament aus Hunderten von Eichenpfählen im feuchten Seeboden errichtet. Hier tagte das historische Konzil von 1414 bis 1418. Am 11. November 1417 wurde das «habemus papam» verkündet: Oddo di Colonna war zum neuen Papst Martin V gewählt worden. Das Gebäude diente danach wieder als Handelshaus. 1910 wurde der Umbau zum Restaurantbetrieb mit grossem Festsaal genehmigt.

Anmerkung: Wusstet ihr, weshalb das prächtige Empfangsgebäude des Bahnhofs im Stil eines kleinen Palastes erbaut wurde? Das Gebäude mit seinem markanten Turm im Stil der Neugotik und der Renaissance wurde nach dem Vorbild des Palazzo Vecchio in Florenz erstellt; damals noch für die «Grossherzoglich Badischen Staatseisenbahnen».

Es folgten einige Anekdoten über das neue, seit 1993 im Hafen stehende Wahrzeichen: die neun Meter hohe Imperia. Die abgebildete Kurtisane diente im wörtlichen Sinn während dem Konzil den hohen Herren, gefolgt von schätzungsweise siebenhundert gleichberuflichen Damen.

Wir gingen vorbei am Fischmarkt. Vielleicht zwanzig Meter oberhalb erkennbar war der Strassenname «Vor der Halde», der auf aufgeschüttetes Gelände hindeutet. Immer wieder hielt unser Stadtführer an und erklärte unter anderem, weshalb alle Häuser Namen trugen. Ganz einfach, zur Kennzeichnung der Adresse, gab es doch erst viel später Hausnummern. Auch das Haus zum Ärschle kam dabei zum Zug.

«Feuergasse» - Daniel hatte einen passenden Schlüssel dabei. Eine niedere Türe wurde geöffnet und wir schritten, teils zaghaft, hindurch. Über unseren Köpfen noch gut erkennbar die Erker, die als «Scheisshäusle» ihren Dienst erfüllten. Heute sind diese Durchgänge vor allem wichtig für ernsthafte Feuerwehreinsätze.

Der Brunnen vor dem Münster liess manchen von einem kühlenden Bad träumen. Ein besonders Mutiger setzte sich wenigstens auf dessen Umrandung, knapp widerstehend dem Drang zur Erfrischung, insgeheim den bevorstehenden Umtrunk herbeisehnend. Und schon bald standen wir  in der Rheingasse. Im Mittelalter musste man vom Rheintorturm, ca. 1200 errichtet, diese zentrale Strasse zwangshalber passieren. Viele Handwerker säumten deren Seiten. Ein vielbereister Teilnehmer zitierte dies als «5th Avenue» der damaligen Stadt mit ihren schützenden Mauern. Angrenzend konnte man noch den einstigen Eingang zum  «Dominikanerinnerkloster Zoffingen» erkennen. Einziges Kloster der Stadt, gegründet 1257, das die Säkularisation überdauert hat. Die Schwestern eröffneten darin 1775 die erste Mädchenschule.
Abschliessend erreichten wir die «Weinstube Niederburg», datiert 1422,  an der gleichnamigen Niederburggasse. Im ersten Stock wurde uns in  ausgesprochen romantischem Ambiente der wohlverdiente Apéro serviert. Heimischer Weisswein und erfrischender Rosésekt trafen unseren Geschmack vorzüglich.

Wie treffend bemerkte jemand in fröhlicher Runde: «Konstanz ist historisch und derweil auch sexy!»

Zum Nachtessen in der "Hafenhalle" erwartete uns ein exklusives 4-Gang-Menu zum Saisonabschluss!
Unser geschätzter Präsident, Herbert Roth, bedankte sich bei den Organisatoren Doris und Jochen. Die vierzig Teilnehmer bezeichnete er erfreulicherweise als rekordverdächtig und wünschte allerseits einen geselligen und unterhaltsamen Abend.


Sonntag, 21. September

Ein spontanes Treffen im Biergarten der Hafenhalle brachte nochmals ein Dutzend zusammen. Die obligatorische Weisswurst durfte nicht fehlen, bayerisch süsser Hausmachersenf und Brezn inbegriffen.

Bei leichtem Wind erfolgte das Heimsegeln nach Bottighofen. Einige nahmen diese Gelegenheit wahr, um noch einmal ein durchaus erfrischendes Bad zu nehmen, dies bei immer noch gut zwanzig Grad Wassertemperatur.

Unsere heimlichen Protagonisten, unsere diesjährigen nautischen Begleiter: „
BB 10, Chapi, Isola di Semele, Kahuna III, Kérylos, Las Brisas, Lioness, Surprise.»

Nochmals ein herzliches Dankeschön an Doris und Jochen Pommeranz
- Konstanz war wieder einmal einen Ausflug wert!

ABSEGELN   In diesem Sinne auch ein Abschied vom See mit einem bisschen Wehmut und Melancholie. Wir wünschen unseren Schiffen einen erholsamen Winterschlaf im Winterlager. Gerne bis bald in der kommenden Saison.

Für den SVB-Vorstand Fredy Keller

P.S.
Für das kommende Jahr 2026 suchen wir bereitwillige, kreative und interessierte SVB-Mitglieder, die einen unserer zahlreichen Anlässe organisieren möchten. Gerne dürft ihr euch melden unter
kommunikation@svb-bottighofen.ch  - Dankeschön!